Montag, 15. Dezember 2008

Mit Roland Koch ins neue Jahr

Der Wahlkampf hat begonnen und schon stehen die ersten Plakate in Kassel. Besonders aufgefallen ist mir dabei das große CDU Plakat vorm Auestadion. Jeder der in nächster Zeit ein Fußballspiel vom KSV oder ein Eishockeyspiel von den Kassler Huskies sehen möchte, bekommt beste Grüße von Herrn Koch für das neue Jahr. Das finde ich ja eigentlich ganz nett von ihm, aber trotzdem würde mir ein Plakat mit politischen Inhalten und Forderungen besser gefallen. Schließlich sollten die Menschen wegen der Politik und nicht wegen dem Charakter der Kandidaten wählen gehen.

Sonntag, 14. Dezember 2008

3. Advent

Keine Wege, keine Straßen, keine Schilder
Nur noch ein ganz großes Feld und Himmelsbilder
Die Freiheit lässt sich fast schon schmecken
Zeit jetzt was Neues zu entdecken
Zeit für neue Ziele, die Zukunft und für mich
Doch wohin? Alles wird fürchterlich undeutlich
Ohne Wege, Straßen und Schilder
Nur das Feld und die Himmelsbilder

Klein Chelsea ist Herbstmeister

Winterpause in der Fußballbundesliga und die Überraschung der Hinrunde ist wohl ganz klar Hoffenheim. Und ist das nicht komisch wie dieser Verein von allen hoch gejubelt wird, während Chelsea London von allen gehasst wird. Dabei werden beide von Millionären gesponsert die eigentlich nichts mit Fußball zu tun haben.

Manche sagen Hoffenheim würde so schönen attraktiven Fußball spielen, diese Leute haben wohl noch nie ein Spiel von Chelsea gesehen. Andere sagen in Hoffenheim wird in die Jugendarbeit investiert, aber schauen wir doch mal wo die Stars herkommen: Andreas Beck und Tobia Weis komen vom VfB Stuttgart, Marvin Comper von Borussia Mönchengladbach, Sejad Salihovic von Hertha BSC Berlin, Vedad Ibisevic von Alemania Aachen, Chinedu Obasi von Lyn Oslo (1. norwegische Liga) und Demba Ba von Excelsior Mouscron (1. belgische Liga). Das hat sicher nichts mit Jugendarbeit zu tun. Für mich bleibt also Unverständlich warum alle Hoffenheim so toll finden und Chelsea so hassen.

Vorwürfe kann man aber weder Chelsea noch Hoffenheim machen, man guckt sich doch nur mal in der Bundesliga um. Bayer Leverkusen und der VfL Wolfsburg bekommen finanzielle Unterstützung von Industrieunternehmen, Schlake bezieht massenhaft Geld von einen russischen Gasunternehmen und mein Lieblingsverein der BVB bekommt Kohle von Aktionären. Fußball ist halt ein Geschäft, das hat gute und schlechte Seiten. Doch mal ehrlich, wie langweilig wäre es wenn Bayern München noch weniger Konkurrenten hätte. Trotzdem könnte ich mich nicht für einen so traditionslosen Verein mich begeistern, Hoffenheim fehlt einfach das Fußball-Herz was andere Vereine haben!

Freitag, 12. Dezember 2008

Liberal geht anders

Durch einen Banner auf der Seite der Julis Niedersachsen bin ich auf die Seite liberalmovement.org aufmerksam geworden. Betrieben wird die Seite von den Julis Niedersachsen, Inhalt sind übliche liberale Gedanken. Was die Seite bringen soll kann ich nicht genau sagen, schließlich haben die Julis ja schon eine Seite, aber die Betreiber werden es schon wissen.

Was ich viel interessanter finde ist der Spruch auf dem Banner, der auch als PDF erhältlich ist:

„Che ist tot, Zeit für was neues, join the liberal movement“


Nun kann man von Che Guevara halten was man will (ich persönlich kritisiere besonders seinen leichtfertigen Umgang mit dem Leben andere Leute, schätze ihn aber für seine große soziale Ader) doch den Tod eines politischen Gegners für eine derartige Werbekampagne zu benutzen ist schlichtweg geschmacklos!

Wie würde wohl die FDP reagieren wenn die MLPD bei der nächsten Wahl Plakate drucken würde mit dem Spruch „Möllemann ist tot, Zeit für was neues, join the social movement“? Wahrscheinlich wäre die Aufschrei nicht nur bei der FDP groß, auch andere Parteien der Mitte würde wütend auf die Extremisten losgehen. Wahrscheinlich wären schnell Vergleiche mit der NPD an der Tagesordnung, beide halten wenig vom Leben der Menschen und haben keinen Respekt vor politisch anders Denkenden. Nur hat jetzt ja halt nicht die MLPD diese Aktion gestartet, sondern eine Jugendorganisation der FDP. Provokant gefragt: Kann man also sagen das die FDP sich in diesem Fall genau so extremistisch verhält wie die Rechtsradikalen? Ich denke ja.

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Steine sind keine Argumente

Ein alter Text, der mir mal wieder im StudiVZ über den Weg gelaufen ist und gerade bei den Ausschreitungen in Griechenland wieder aktuell scheint:


Sie sagen:
Steine sind keine Argumente
und schlagen mit Knüppeln,
schießen mit Gewehren, vergiften mit Chemie,
verseuchen mit Atom, töten in Gefängnissen.

Sie haben Recht:
Steine sind keine Argumente.
Steine sind erst zögernde Versuche uns zu artikulieren,
in der einzigen Sprache, die sie verstehen.


Traurig aber leider muss ich dem Text in vielem Recht geben. Steine sind wirklich keine Argumente, aber mit welchem Recht kritisieren die Parteien der Mitte (meistens die CDU vorne ran) linksextreme Gewalttäter? Ist Merkel besser wenn sie mit ihrer Atompolitik die Gesundheit eventuell das Leben der Menschen aufs Spiel setzt? Darf Bush sich über Steinwerfer beim G8-Gipfel aufregen während er in Guantanamo Bay Menschen foltern lässt? Sein Nachfolger Obama ist zwar in dieser Beziehung besser hält aber an der Todesstrafe fest. Die russische Regierung lässt unbequeme Journalisten erschießen, die zukünftige Welt-Macht China bringt mehr Menschen um als jedes andere Land dieser Welt. Doch ziehen die tollen Demokraten aus Europa daraus eine Folgerung? Nein, nicht mal wirtschaftliche Sanktionen, das Geld scheint wichtiger als die Menschenrechte. Diese Menschen sind nicht genau so schlimm wie linksextreme Steinwerfer, sie sind viel schlimmer.

Steine sollen aber auch kein Argument sein, aus meiner persönlichen Erfahrung gibt es drei Gruppen von Leuten die Steine werfen. Die einen machen es so wie von der Presse gern verallgemeinert wird, aus völlig unpolitischen Gründen und nur wegen dem Spaß an der Gewalt. Diese Gruppe ist jedoch eindeutig in der Minderheit. Dann gibt es noch die Revolutionären die das Gewaltmonopol des Staates stürzen wollen, davon gibt es zwar schon mehrere, doch auch diese sind wohl in der Minderheit. Die Mehrheit dagegen wirft die Steine aus Verzweiflung, weil niemand dir zuhören wird wenn du deine Meinung nicht in der SPD oder CDU wiedererkennst. Kleinere Parteien dürfen reden, doch müssen sie entweder in einer Koalition viele ihrer Ansichten aufgeben oder werden nicht ernst genommen. Organisationen außerhalb des Parlaments können zwar in der Presse für viel Aufmerksamkeit sorgen, doch wann wurden schon mal eine Forderung von amnesty international, greenpeace, attac oder sonst wem von einer Regierung aufgegriffen?

Ich halte es zwar für falsch irgendwelche Polizisten mit Steinen zu bewerfen, aber die Wut und Verzweiflung die viele von ihnen fühlen kann ich sehr gut nachvollziehen. Weniger nachvollziehen kann ich die Reaktionen in der Bevölkerung die dann von Gewalttätern sprechen, aber selber viel schlimmere Gewalttäter an die Macht gebracht haben. Genau so wie die Reaktion der Politik, die lieber die Straftaten verurteilt und harte Strafen fördert, statt sich um die Uhrsachen Gedanken zu machen und für mehr Demokratie und eine echte Meinungsfreiheit zu sorgen. Steine sind keine Argumente, sie sind ein Zeichen für Verzweiflung und Hilfslosigkeit.

Geschlechterquote, nicht Frauenquote!

Ich bin immer grundsätzlich für Gleichberechtigung, ob nun bei Homosexuellen und Heterosexuellen, bei Ausländern und Deutschen oder bei Frauen und Männern. Dabei darf diese Gleichberechtigung nicht nur auf Gesellschaftlicher Ebene vorgemacht und vermittelt werden, sondern muss auch durch die Politik über konkrete Gesetze veranlasst werden. Nur so ist eine Gleichberechtigung in allen Lebenslagen zu garantieren.

Doch darf man es jetzt auch nicht in das Gegenteil verkehren, so musste ich letztens auf der Seite der Grünen Jugend NRW lesen
Wir wollen (…) mindestens die Hälfte aller Macht für Frauen.

Heißt wenn 80% der Macht bei Männern liegt und 20% bei Frauen ist das also gegen die Gleichberechtigung, wenn aber 20% der Macht an Männer verteilt ist und 80% an Frauen soll das in Ordnung sein? Gleichberechtigung bedeutet das die Menschen GLEICH behandelt werden und nicht Menschen eines Geschlechts durch Gesetze Gleichbehandlung fordern können während die Menschen des anderen Geschlechts problemlos unterdrückt werden. In dem Sinne sollte die Grüne Jugend NRW nicht fordern das die Macht 50/50 auf beide Geschlechter verteilt wird. Da so exakte Verteilung kaum Möglich ist und auch unabhängig vom Geschlecht mal ein weiblicher und mal männlicher Bewerber um einen Posten besser geeignet ist, halte ich es auch für gut vertretbar „nur“ mindestens 40% von jedem Geschlecht zu fordern.

Montag, 8. Dezember 2008

Wie viele denn noch?

Benno Ohnesorg
Carlo Giuliani
Alexis Grigoropoulos

Und wer ist der nächste der unter dem übertriebenen Einsatz von Polizisten sein Leben lassen muss?
 
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